Titel rückt in weite Ferne

Die Rückfahrt am Sonntag beschreibt vielleicht am besten, wie das Wochenende verlaufen ist: es wurden auf eine Strecke von 280 Kilometern gefühlt 30 Worte gesprochen und nur eine kurze Rast eingelegt.  Wer unsere Rückfahrten kennt, der weiß, dass das nicht der Normalität entspricht und der Frust ziemlich tief sitzen muss.

Beginnen wir aber beim Samstag, den 22.2.2020. Der Gegner der Partie hieß Union Oberschöneweide I, zu dem Zeitpunkt ein starker Titelanwärter. Im letzten Jahr konnten wir bei den Unionern 3 Punkte entführen und somit bestand eine gewisse Hoffnung, auch in diesem Jahr etwas Zählbares einzustreichen.
Wir starteten mit Kai Ludorf (923) und René Richter (911), auf der Seite der Berliner standen André Franke (930) und Pascal Lötzsch (907) auf der Bahn. Nach einem starken Match hatten die Berliner 3 Holz vor.
In der Mittelachse spielten wir mit Roger Dieckmann (918) und Alexander Eggers (926). Insbesondere Alexander spielte hervorragend auf. Die Beiden setzten die Unioner Carsten Rente (912) und Mike Cassube (895) mächtig unter Druck und erspielten uns einen Vorsprung von 34 Holz. Der erhoffte minimal Erfolg, dass erreichen des Zusatzpunktes, stand nach diesen Ergebnissen bereits fest, jetzt ging es um die Spielpunkte. Würde das Polster von 34 Holz für die Schlußstarter Sascha Brinks und Jörn Kemming reichen?
Die Berliner stellten zwei ihrer routiniertesten Spieler auf die Bahn, André Krause (927) und Frank Luer (928). Holz um Holz verkleinerten die Unioner den Vorsprung, am Ende mussten Sascha (902) und Jörn (906) die Beiden vorbeiziehen lassen und die Spielpunkte blieben damit bei Union Oberschöneweide. Es fehlten zum Gewinn des Spiels „nur“ 14 Holz.

Nach langer Zeit durften wir mal wieder an einem Sonntag in Fehrbellin antreten, dadurch hatten wir eine kurze und entspannte Anreise. Der SV 90 Fehrbellin, zurzeit der stärkste Titelanwärter, konnte uns in der Vergangenheit regelrecht aus der Halle fegen. Das wollten wir in diesem Jahr tunlichst vermeiden, denn ein Punktgewinn würde für uns doppelt zählen. Nach dem Einspielen konnten wir zwar keine große Veränderung der Bahnen feststellen, aber wir waren fest entschlossen, etwas Zählbares nach Kiel mitzunehmen.
Den Beginn machten Frank Gerken (878) und Jörn Kemming (874) gegen Jonathan Jaeger (897) und Dirk Sperling (914). Nach reichlich Fehlholz bei Frank und Jörn machte sich eine gewisse Unzufriedenheit breit und die Hoffnung auf einen Punkt sank auf den Grund der Kieler Förde.
In der zweiten Tour gingen Kai Ludorf (886) und Sascha Brinks (879) auf die Bahn. Auf der Seite der Fehrbelliner starteten Daniel Neumann (867) und Dietmar Stoof (914). Sascha erwischte einen sehr guten Start, streute aber auch in der zweiten Hälfte zu viele Fehlhölzer ein. Eine gewisse Hoffnung auf den Zusatzpunkt kam jedoch auf, da Daniel unter unseren Ergebnissen blieb.
Jetzt gingen Roger Dieckmann und Alexander Eggers gegen Sebastian Krause (894) und Alexander Wolski (870) auf die Bahnen. Der Start war vielversprechend, die Fehrbelliner kamen nicht so gut ins Laufen und Alexander und Roger spielten recht passabel. Nach 60 Wurf war der Zusatzpunkt in greifbare Nähe gerückt. Doch wenn es in einer Saison nicht optimal läuft, zieht sich das wie ein roter Faden durch fast alle Spiele. Alexander haderte mit der Bahn 4 und ließ sich nach 77 Wurf auswechseln. René sollte versuchen, in den verbleibenden 40 Wurf noch die +28 zu erreichen. Am Ende hatte Roger 895 und Alexander/René 852, damit blieben wir bei 31 Einzelwertungspunkten stehen und gingen mit leeren Händen aus dem Spiel.

Aktuell stehen wir auf dem vierten Tabellenplatz und sind dazu verdammt, bei den nächsten beiden Auswärtsspielen mindestens drei Punkte zu holen, um mit den Fehrbellinern in der Tabelle gleichzuziehen. Diese Wochenende hätte für uns nicht viel schlechter laufen können, aber wie heißt es so schön „Hätte, hätte Fahrradkette“.

Jörn Kemming