Glück oder Können? Saisonstart Damenbundesliga

Mit gemischten Gefühlen und Erwartungen ging es am vergangenen Wochenende für die Damen der Ellerbeker Turnvereinigung nach Neukloster in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Bundesligaspieltag der Saison 2019/2020.
Bereits weit vor Saisonbeginn zeichneten sich freudige und verletzungsbedingte Ausfälle für die Saison a
b, die nun zu personellen Problemen in der Mannschaft im neuen Spieljahr führen.
An dieser Stelle sei „Danke“ gesagt an die zweite Damenmannschaft der ETV
für die Unterstützung – trotz eigener krankheitsbedingter Ausfälle. Martina Hahndorf begleitete daher die schon seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2016 in unveränderter Aufstellung startende Mannschaft der Ellerbekerinnen.

Obere Reihe stehend: Britta Felgendreher, Katja Sommer, Vanessa Neumann, Stefanie Kock, Sandra Eggers   |  Untere Reihe sitzend: Nancy Prievenau, Martina Hahndorf und Beate Böttjer

Ellerbeker TV – KSK Oldenburg / Holstein

Eine schwere Aufgabe galt es gleich im ersten Punktspiel gegen die schleswig-holsteinischen Gegner aus Oldenburg zu bewältigen. Leider mussten die beiden Anstarterinnen Vanessa Neumann (874) und Britta Felgendreher (861) die stark aufspielenden Spielerinnen Martina Schubert (883) und Janina Keilwerth (882) aus Oldenburg mit 30 Holz Vorsprung davon ziehen lassen. 
In der zweiten Kette kam kurz Hoffnung auf
, als Ricarda Harrmann vom KSK Oldenburg bereits nach zwei Bahnen mit -11 ausgewechselt wurde. Doch die eingewechselte Tanja Göttsch kam schnell in Tritt und konnte mit einem Endergebnis von 856 zusammen mit der Mannschaftsbesten Nadine Neuhäuser (894) den Vorsprung gegen die Ellerbekerinnen mit Sandra Eggers (867) und Katja Sommer (864) auf 49 Holz ausbauen.
Für die Schlussachse der ETV schien die Aufgabe schier unlösbar, zumal mit den beiden Schlussstarterinnen aus Oldenburg starke Konkurrenz für die Kielerinnen auf den Bahnen standen. Nationalspielerin Nancy Prievenau (884) und Landesauswahlspielerin Stefanie Kock (882) gingen routiniert
in das Spiel und konnten mit der letzten Bahn den Wettkampf überraschend spannend gestalten.
Es wurde gerechnet und gezittert. Sieg – Niederlage – Unentschieden. Alles war auf einmal möglich. Am Ende konnten die Oldenburgerinnen Nina Rexin (853) und Anika Mannteufel (866) mit dem hauchdünnen Vorsprung von 2 Holz den Sieg einfahren. Auch der Zusatzpunkt ging bei gleicher Wertungspunktzahl aufgrund des besten Einzelergebnisses von Nadine Neuhäuser an den KSK Oldenburg, so dass die Kielerinnen mit leeren Händen
dastanden.
Ob dies am Ende an dem unglücklichen technischen Pudel, an einer der viel zu vielen Vieren, an einer der Doppelfünfen oder zu wenig gespielten Achten lag, ist egal und keiner der Spielerinnen anzulasten, sondern wie immer leider auch ein wenig Glückssache.

MSC Waren – Ellerbeker TV

Jetzt erst recht. Bringt die Wut auf die Bahn und holt Euch den Sieg“ war die Ansage an die Kielerinnen von der verletzungsbedingt ausgefallenen, aber mitgereisten, Mannschaftskameradin Beate Böttjer für das zweite Spiel. Gesagt, getan. In gleicher Aufstellung gingen die Ellerbekerinnen gegen die Aufsteiger vom MSC Waren in das zweite Spiel.
Konzentriert spielend konnten sich Vanessa Nitschmann (886) und Britta Felgendreher (872) deutlich steigern und diesmal in der ersten Kette den Gegnerinnen Claudia Sponholz (883) und Melanie Krahn (873) Paroli bieten.
Die Mittelachse mit Katja Sommer (867) und Sandra Eggers (859) fand zwar auch diesmal nicht richtig ins Spiel, bauten aber gleichwohl den kleinen Vorsprung von 2 Holz gegen die Warenerinnen Manuela Sanftleben (832) und die ehemalige Jugendnationalspielerin Anna Lena Boomgarden (878) auf 18 Holz aus.
Sicher spielten Stefanie Kock (889) und Nancy Prievanau (900) den Sieg gegen Anne Roddeck (881) und Diana Kotjan (878) mit
einer Führung von insgesamt 48 Holz nach Hause. Auch der Zusatzpunkt konnte eingesackt und mit nach Kiel genommen werden.

Der Spieltag nahm mit 3:3 Punkten noch einen versöhnlichen Ausgang und sichert einen Mittelplatz (6) in der aktuellen Tabelle. Bleibt zu hoffen, dass diese ausgeglichene Leistung auch in den zukünftigen Spielen, die weiterhin von Spielerinnenausfällen begleitet sein werden, gehalten werden kann.

Beate Böttjer