Winterspiele an der Kieler Förde

Während sich die ersten Olympioniken in Südkorea die Skischanze hinabstürzten und das sportbegeisterte Publikum im TV gebannt den Start der Curlingwettbewerbe verfolgte, gab es in der Beletage des heimischen Kegelsports am vergangenen Samstag das Aufeinandertreffen der beiden aktuellen Spitzenteams aus Fehrbellin und Kiel.

Viel stand für die Kegler der SG ETV Phönix Kiel auf dem Spiel: möchte man auch weiterhin mit Blick auf die Meisterschaft Kontakt zum Spitzenreiter aus Brandenburg halten, mussten unbedingt drei Punkte her.

Unter den Augen vom Präsidenten des Deutschen Kegler- und Bowlingbundes Uwe Oldenburg und des schleswig-holsteinischen Landessportwartes Joachim Nordmann sollte sich allerdings eine ähnlich einseitige Partie entwickeln wie bereits beim Hinspiel in Fehrbellin, welches die Brandenburger deutlich für sich entscheiden konnten.

In der Startachse erreichten die heimischen Anstarter Roger Dieckmann (919 Holz, Tagesbestleistung) und Kai Ludorf (901) starke Ergebnisse. Und weil die Fehrbelliner Anstarter Nico Witter (865) und Benjamin Münchow (869) hinter den eigenen Erwartungen zurück blieben, führte man bereits sehr früh mit 86 Holz.

Ein entspanntes Polster für die Ellerbeker Mittelachse mit Jörn Kemming (892) und Sascha Brinks (888). Allerdings hatte der Tabellenführer die Hoffnung auf den Zusatzpunkt noch nicht aufgegeben und schickte Daniel Neumann und Sebastian Krause auf die Bahnen. Daniel (876) fand im Verlauf nicht richtig ins Spiel und verlor gegen Jörn 16 Holz. Spannender war da schon das Duell zwischen Sascha und Sebastian. Sebastian (886) konnte sich zwischenzeitlich deutlich absetzen, musste dann aber auf seiner schwierigen Schlussbahn einige Hölzer abgeben und schenkte dann mit einer Fünf im letzten Wurf sogar die Führung an Sascha ab.

Nun lag es an an Alexander Eggers und René Richter, die wichtigen drei Punkte einzusacken. Dirk Sperling (896) auf Fehrbelliner Seite spielte ein gutes Match, hatte aber gegen Alex (903) das Nachsehen. René Richter (880) wiederum verfolgte eine ganz eigene Taktik. Mit einer eher durchschnittlichen Leistung wollte er seinen Gegner Alexander Wolski „niedrig“ halten. Dieser machte das Spiel mit und seine 879 Holz reihten sich im unteren Drittel aller erspielten Ergebnisse ein.

Mit den gewonnen drei Punkten erklomm die SG erstmals in dieser Saison die Tabellenführung in der Bundesliga.

Am Sonntag gastierten die Mannen vom KSC Ilsenburg in den Ellerbeker Kegelgewölben. Die Aufsteiger haben zu Beginn der Saison keinen guten Start erwischt und verweilen aktuell auf einem Abstiegsplatz. Mittlerweile hat sich die Truppe allerdings stabilisiert und möchte nun in den verbleibenden Spielen alles geben, um sich doch noch den Verbleib in der 1. Liga zu erkämpfen.

Die Kieler wiederum hatten nichts zu verschenken, ging es doch im Fernduell mit den Fehrbellinern um weitere wichtige Punkte im Titelrennen.

Die unveränderte Startachse der SG mit Roger Dieckmann (915, erneut Tagesbestleistung) und Kai Ludorf (902) eröffnete das Spiel wie am Vortag souverän. Auf Ilsenburger Seite erspielten sich Steffen Könnemund (869) und Horst Bläß (864) ein fast identisches Startachsenergebnis wie am Vortag die Fehrbelliner.

Im Mittelteil des Spieles konnte Jörn Kemming (883) nicht an sein Ergebnis vom Vortag anknüpfen und musste sich mit drei Holz gegen Christian König (886) geschlagen geben. Einen gebrauchten Tag erwischte der für René Richter aufgestellte Jan Künstler (869). Allerdings konnte er sich mit 20 Holz von seinem Gegner Martin Bollmann (849) absetzen.

Das Kieler Schlussduo Alexander Eggers (909) und Sascha Brinks (888) ließ gegen die Nordharzer Oliver Angerstein (866) und Marcel Gleffe (857) nichts mehr zu und so standen am Ende weitere drei Punkte für die Ellerbeker Kegler auf dem Ergebniszettel.

Nun geht es langsam in den saisonalen Endspurt. Sechs Begegnungen stehen noch auf dem Spielplan, davon vier in der Ferne. „Auch wenn wir jetzt als Tabellenführer in das kommende Punktspielwochenende gehen (Auswärtsspiele in Stavenhagen und Stralsund am 24. und 25.02.18), haben wir noch nichts gewonnen. Die auf ihren Heimbahnen kaum bezwingbaren Fehrbelliner haben immer noch zwei Auswärtspunkte mehr auf dem Konto, das wird durch die Tabelle etwas verklärt. Wir müssen zu Hause sauber bleiben. Und Auswärts wird uns nichts geschenkt, da haben wir noch ein paar richtige Brocken vor uns“, analysiert Jörn Kemming die aktuelle Gemengelage.

Es bleibt also weiter spannend im Titelrennen.

Sascha Brinks