Erfolgreicher Start in der Herrenbundesliga

Nach einer langen Sommerpause fiel am vergangenem Wochenende endlich der Startschuss zur neuen Bundesligasaison. Anders als im Vorjahr sah der Spielplan zunächst zwei Auswärtsbegegnungen für den amtierenden Deutschen Meister von der Kieler Förde vor.

Und gleich die erste Partie sah auf dem Spielplan wie ein echter Kracher aus: Fehrbellin gegen SG ETV Phönix Kiel. Vizemeister gegen Meister! Eine vermeintliche Standortbestimmung für den Rest der Saison! Schaut man sich dann aber die vergangenen Auswärtsergebnisse der Ellerbeker Truppe auf den Fehrbelliner Bahnen an, erlangt man schnell eine gesicherte Erkenntnis: meisterliche Ergebnisse der Kieler in Fehrbellin fanden in den letzten Jahren nicht statt. Zu dieser Einsicht gelangten dann wohl auch die eigentlich immer zahlreich erschienenen Fans der Brandenburger und nahmen sich für den Bundesligauftakt andere Dinge vor.

Tristesse im Fehrbelliner Fanblock

Aber kommen wir zum eigentlichen Geschehen. Es wurde gekegelt. Zumindest auf Fehrbelliner Seite. Die Kieler wiederum hatten ihre üblichen Probleme mit den für Ligaverhältnisse äußerst lockeren Bahnen und so kam es auch zu keinen nennenswerten oder gar spielbeeinflussenden Ergebnissen der Fördekegler.

Kurzum, es langt ein Blick auf den Spielbericht:

Also alles wie immer, keine Punkte in Fehrbellin. Und als Folge der äußerst mageren Ausbeute an Einzelwertungspunkten  das vorübergehende Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz der Liga.

Am Sonntag mussten also dringend Punkte her. Ein ungewisses Vorhaben, ging es doch gegen den Aufsteiger KSC Ilsenburg, auf deren Anlage bisher noch keiner der Kieler Kegler Erfahrungen sammeln konnte.

Während sich die Halle immer weiter mit Zuschauern füllte, waren Kai Ludorf und Alexander Eggers froh, dem Gedränge zu entfliehen und als Anstarter für die SG auf Holzjagd zu gehen.

Mit Erfolg: Kai hatte einen hervorragenden Zugriff auf die anspruchsvollen Bahnen (910 Holz, Tageshöchstwurf) und konnte seinem Gegner Christian König (888 Holz) 22 Holz abluchsen.
Alex (885) tat sich etwas schwerer gegen Horst Bläß (871), konnte aber weitere Hölzer hinzugewinnen.

Mit einem Vorsprung von 36 Holz ging es also in den Mittelteil. Sascha Brinks probierte viel, fand aber nicht ins Spiel. Nach der Hälfte der Distanz durfte dann Jan Künstler übernehmen und am Ende standen lediglich 855 Holz auf dem Zettel. Zu wenig, denn Fabian Langer auf Ilsenburger Seite erspielte sich gute 895 Holz und der Kieler Vorsprung war verleckert. Zum Glück kam Jörn Kemming (895) besser ins Spiel und konnte den Schaden gegen Steffen Könnemund (874) begrenzen. Am Ende bekam die Schlussachse sogar noch ein leichtes Plus von 15 Holz mit auf den Weg.

Diesen Vorsprung galt es für René Richter (876) und Roger Dieckmann (895) zu verteidigen. In einer wilden Schlacht ging es auf beiden Seiten rauf und runter. Marcel Gleffe (884) und Oliver Angerstein (878) wehrten sich redlich… aber nach absolvierten 120 Würfen im Schlussdrittel stand fest, dass alle drei Punkte in das Reisegepäck der SG ETV Phönix Kiel verschwinden würden.

Grundsätzlich muss man sagen, dass es sich bei den gewonnen drei Punkten aus Kieler Sicht um ein kleines Gastgeschenk gehandelt hat. Hätten die Ilsenburger ihre Vortagesleistung abgerufen, wäre lediglich der Zusatzpunkt auf die Guthabenseite des Titelverteidigers gewandert. Aber sei es drum, man nimmt was man kriegen kann. Was ebenfalls in Erinnerung bleibt, ist eine sehr gastfreundliche und sympathische Ilsenburger Truppe mit einem großen und fairen Publikum.

Anfang Oktober stehen nun die ersten Heimspiele in den Hallen der Ellerbeker TV an. Zu Gast sind dann die Kegler aus Stavenhagen (07.10.17, Beginn 13:00 Uhr) sowie die eigentlich in der Vorsaison abgestiegenen Stralsunder (08.10.17, Beginn 10:00 Uhr), die aufgrund des Rückzuges der LTS Bremerhaven weiterhin in der höchsten Spielklasse um Hölzer und Punkte kämpfen dürfen.

Sascha Brinks